Kurzantwort

Seit 2025 verrechnet AliExpress in der Regel 8.1% Schweizer MWST beim Checkout und verzollt selbst — Pakete kommen ohne Restzahlung an. Rutscht eine Bestellung ohne Checkout-MWST durch, gelten die klassischen Regeln: frei unter rund CHF 62 inklusive Versand; darüber 8.1% MWST plus die CHF 16 + 3% Verzollungsgebühr der Schweizer Post.

Prüfen Sie zuerst Ihren Beleg auf die MWST-Zeile

Die seit 1. Januar 2025 geltende Plattform-Regel macht AliExpress zum fiktiven Verkäufer für die Schweizer MWST: Es muss die Steuer auf jeden Verkauf verrechnen, ab dem ersten Franken, und die Einfuhr unter der eigenen Registrierung abwickeln. Öffnen Sie Ihre Bestelldetails und suchen Sie eine Zeile «Tax» oder «MWST» von rund 8.1%. Ist sie da, ist der bezahlte Preis endgültig — keine Rechnung an der Tür, kein Gebührenzettel der Post.

Wenn keine MWST-Zeile da ist: der Grenzprozess

Manche Sendungen — bestimmte Händler, bestimmte Versandwege — reisen noch auf die alte Art in die Schweiz ein. Dann gilt die Standardrechnung:

  • Unter rund CHF 62 inklusive Versand: Die MWST bleibt unter dem Erhebungsminimum von CHF 5, es wird nichts verrechnet, das Paket kommt einfach an.
  • Über CHF 62: 8.1% MWST auf den vollen Wert plus die Verzollungsgebühr des Transporteurs. Bei der Schweizer Post sind das CHF 16 (Nicht-EU) + 3% des Werts, gedeckelt bei CHF 70, plus MWST auf die Gebühr selbst — realistisch CHF 18–25 bei typischen Bestellungen.
  • Zoll: null. Die Schweiz hat 2024 die Abgaben auf Industriegüter abgeschafft — Gadgets, Kleidung und Accessoires tragen keinen Zoll, egal was die Horrorgeschichten sagen.

Bei einer Gadget-Bestellung von CHF 80 sind das rund CHF 6.50 MWST plus etwa CHF 20 Gebühren — ein Viertel des Preises. Rechnen Sie Ihren Fall im Rechner mit Ursprung «Ausserhalb EU».

Achtung: EU-Lager ändern die Gebühr, nicht die Steuer

Viele AliExpress-Angebote versenden aus EU-Lagern (Spanien, Polen, Tschechien) für schnellere Lieferung. Die Schweizer MWST-Behandlung ist identisch, aber wenn das Paket den Grenzprozess durchläuft, sinkt die Grundgebühr der Schweizer Post von CHF 16 auf CHF 13 (EU-Ursprung). Ihr Tracking verrät meist den wahren Ursprung.

Bestellungen aufteilen: heute meist ein Mythos

Der alte Rat — grosse Bestellungen aufteilen, damit jedes Paket unter CHF 62 bleibt — galt nur je für den Grenzprozess, wo jede Sendung einzeln veranlagt wird. Bei Plattform-Bestellungen mit Checkout-MWST bringt er nichts: Die Steuer wird auf den Verkauf erhoben, nicht auf das Paket. Und eine einzelne Bestellung künstlich in Pakete aufzuteilen, die zusammen ankommen, kann vom Zoll weiterhin als eine Sendung behandelt werden.

Unterbewertete Deklarationen: der Trick des Händlers, Ihr Risiko

Manche Händler versehen Pakete noch mit Fantasiewerten («Geschenk, 5 $»). Zweifelt der Zoll an der Deklaration, wird das Paket zur Wertabklärung zurückgehalten: Sie werden nach der echten Rechnung oder dem Zahlungsnachweis gefragt, Lager- und Abklärungsgebühren können hinzukommen, und die Zustellung verzögert sich um Tage oder Wochen. Bewahren Sie Ihre Bestellbestätigung und den Zahlungs-Screenshot auf, bis das Paket in Ihren Händen ist — und bitten Sie Händler nicht um Unterdeklaration; die Haftung liegt bei Ihnen als Importeur.

Häufige Fragen — AliExpress

Verrechnet AliExpress die Schweizer MWST beim Checkout?

Seit 2025 in der Regel ja, unter der Plattform-Regel. Bestätigen Sie es auf Ihrem Bestellbeleg — eine Steuerzeile von rund 8.1% bedeutet, dass das Paket erledigt ankommt.

Vermeidet das Aufteilen von Bestellungen Schweizer Gebühren?

Nicht bei Plattform-Bestellungen — die MWST wird beim Verkauf erhoben. Es zählt nur bei Nicht-Plattform-Sendungen im Grenzprozess, wo jede getrennte Sendung für sich veranlagt wird.

Was, wenn der Händler einen tieferen Wert deklariert?

Der Zoll kann das Paket zurückhalten, einen Zahlungsnachweis verlangen und Abklärungsgebühren hinzufügen. Bewahren Sie Ihre Belege auf; der Importeur — Sie — trägt die Haftung.