DHL, UPS und FedEx verrechnen je eine Vorlage- bzw. Disbursement-Gebühr dafür, dass sie Ihre Schweizer Einfuhr-MWST und den Zoll vorstrecken — einen Prozentsatz des vorgestreckten Betrags mit einem Minimum, plus Verzollungsabwicklung. Bei einem normalen Paket sind das rund CHF 20–30, typischerweise mehr als die CHF 13–16 + 3% der Schweizer Post, und oft per separater Rechnung nach der Zustellung. Vermeiden können Sie sie nur, wenn der Shop verzollt (DDP) liefert oder beim Checkout die Schweizer MWST verrechnet.
Warum Kuriergebühren anders funktionieren als bei der Post
Die Schweizer Post publiziert einen einfachen Verzollungstarif (CHF 13/16 + 3%, gedeckelt bei CHF 70). Die Express-Kuriere funktionieren nicht so. Weil sie Ihr Paket schnell verzollen und die Zollrechnung für Sie bezahlen, verrechnen sie zweierlei:
- Die Vorlage- bzw. Disbursement-Gebühr — ihre Gebühr dafür, die MWST und den Zoll gegenüber dem Zoll vorzustrecken, berechnet als Prozentsatz des vorgestreckten Betrags mit einem Minimum.
- Verzollungsabwicklung — eine Bearbeitungs- oder Anmeldegebühr, klein bei Routinepaketen, aber deutlich höher, wenn Ihre Sendung eine formelle Zollanmeldung braucht.
Das Ergebnis ist eine Gebühr, die meist höher ist als bei der Schweizer Post und oft als separate Rechnung Tage nach dem Paket eintrifft — weshalb Kuriere für mehr Gebühren-Überraschungen sorgen als alle anderen.
Die Gebühren im direkten Vergleich
| Transporteur | Gebühr fürs Vorstrecken & Verzollen Ihrer MWST/Ihres Zolls | Hinweise |
|---|---|---|
| Schweizer Post | CHF 13 (EU) / 16 (Nicht-EU) + 3% des Werts, gedeckelt CHF 70, + 8.1% MWST | Die Basis. Nur verrechnet, wenn tatsächlich Steuer erhoben wird. |
| DHL Express | ≈ 2% der vorgestreckten Steuer + Verzollungsabwicklung (CHF 19 Routine / 39.50 formell) | Schneller/geschäftlicher Dienst; kleine Pakete meist ≈ CHF 20–30. |
| DHL Paket (Weltpaket) | 3% des Warenwerts (max. CHF 100) + CHF 13 Verzollung | DHLs langsameres Paketprodukt — am nächsten an der Post. |
| UPS | ≈ 3% des vorgestreckten Betrags, min. ≈ CHF 25 (Disbursement-Gebühr) | Formelle Anmeldungen kosten deutlich mehr (Entry Preparation). |
| FedEx | 2.5% der MWST & des Zolls, min. CHF 22 (Disbursement-Gebühr) | Häufig per separater Rechnung nach der Zustellung. |
Zwei ehrliche Vorbehalte. Erstens revidieren die Kuriere diese Tarife regelmässig und splitten sie nach Servicelevel — nehmen Sie die Tabelle als richtige Grössenordnung und prüfen Sie die verlinkte Quelle für die exakte aktuelle Zahl. Zweitens wird die Gebühr zusätzlich zur ohnehin geschuldeten MWST und zum Zoll verrechnet; sie ist nicht die Steuer selbst.
Der Haken: Rechnung nach der Zustellung
Bei der Schweizer Post zahlen Sie meist an der Tür oder in der Post-App. Express-Kuriere liefern häufiger zuerst und verrechnen später: DHL und FedEx senden regelmässig Tage oder Wochen danach eine separate Rechnung für die vorgestreckte MWST/den Zoll plus ihre Gebühr. Diese Rechnung ist berechtigt — sie zu verweigern lässt die zugrunde liegende Steuer nicht verschwinden und kann ins Inkasso gehen. Bewahren Sie die Rechnung auf; sie sollte MWST/Zoll und die Gebühr als getrennte Positionen ausweisen, damit Sie sie prüfen können.
Wie Sie Kurier-Zollgebühren vermeiden
- Dort kaufen, wo die Schweizer MWST beim Checkout verrechnet wird, oder DDP versandt. Verrechnet der Shop oder die Plattform die Schweizer MWST im Warenkorb (für grosse Plattformen seit 2025 obligatorisch) oder liefert verzollt (DDP), wird unter deren Registrierung verzollt und es erreicht Sie keine Kuriergebühr.
- Für kleine Auslandsbestellungen die Schweizer Post bevorzugen. Wo Sie den Transporteur wählen können, ist die Verzollung der Schweizer Post meist günstiger als die Vorlagegebühr eines Express-Kuriers.
- Unter der Grenze bleiben. Unter rund CHF 62 inklusive Versand wird keine MWST erhoben — also gibt es nichts vorzustrecken und gar keine Gebühr, egal welcher Transporteur zustellt.
Unser Rechner kennzeichnet Kurierpakete bewusst als «Gebühr variabel», statt zu raten, weil der genaue Betrag vom Transporteur, vom Servicelevel und von der Höhe der vorgestreckten Steuer abhängt. Nutzen Sie ihn, um die MWST genau zu bestimmen, und addieren Sie dann die Kuriergebühr aus der Tabelle oben.
Häufige Fragen — Kurier-Zollgebühren
Sind DHL-/UPS-/FedEx-Gebühren höher als bei der Schweizer Post?
Meist ja. Die Schweizer Post verrechnet CHF 13/16 + 3%; die Kuriere addieren eine prozentuale Vorlagegebühr mit Minimum plus Verzollungsabwicklung — typischerweise CHF 20–30+ bei einem normalen Paket.
Warum hat mir der Kurier nach der Zustellung eine Rechnung geschickt?
Er hat Ihre MWST/den Zoll gegenüber dem Zoll vorgestreckt, damit das Paket nicht aufgehalten wurde, und danach diesen Betrag plus seine Gebühr verrechnet. Das ist eine echte Forderung — bewahren Sie die detaillierte Rechnung auf.
Kann ich die Gebühr verweigern?
Kaum — die MWST und der Zoll sind tatsächlich geschuldet, und die Vorlagegebühr ist die publizierte Gebühr des Transporteurs fürs Vorstrecken. Verweigern riskiert Inkasso. Vermeiden lässt sie sich durch DDP-/Checkout-MWST-Kauf oder die Schweizer Post.
Quellen
- Schweizer Post — Gebühren der Import-Verzollung
- DHL Express Schweiz — Service & Rate Guide 2025 (Zolldienstleistungen)
- UPS Schweiz — Additional Services & Charges (Brokerage/Disbursement)
- FedEx Schweiz — Zölle, Steuern & Verzollungsgebühren
Kurier-Gebühren geprüft am 6. Juli 2026. Die Kuriere revidieren diese Tarife und variieren sie nach Servicelevel — bestätigen Sie die aktuelle Zahl stets auf Ihrer Rechnung oder der Seite des Transporteurs oben.